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Schießsportbekleidung mit bester Passform

Steifheitsmessgerät

Schon seit einigen Jahren werden bei den Bekleidungskontrollen im Sportschießen Steifigkeitsmessgeräte benutzt. Sie bestehen aus einem beweglich gelagerten Messzylinder mit einem Durchmesser von 60mm. Auf diesen drückt eine Messplatte mit einem Durchmesser von 20mm und einem Gewicht von 1000g.
Das Material der dazwischen geschobenen Schießkleidung (bei der Jacke liegt die Außenseite und bei der Hose die Innenseite nach oben), soll sich mindestens 3 mm nach unten drücken lassen. Es soll an mehreren Bereichen der Kleidungstücke gemessen werden, siehe Zeichnungen.
Anmerkung: Die Zeichnungen sind Bildzitate aus dem Regelwerk der ISSF.

Ursachen für mögliche Fehlmessungen

Das Foto rechts zeigt eine Ausführung dieser Messgeräte mit provisorischer Tischplatte.. Da die Geräte ohne Anschiebeplatte/-Tisch geliefert werden, muss sich der Veranstalter eine solche selber basteln. Im Regelwerk unterliegen die Tische folgenden Anforderungen:

Zitat aus dem ISSF-Regelwerk:
RIFLE EQUIPMENT CONTROL GUIDE 2014:
3.3 Install the machine on a table (approx. 1.2 m across x 0.85 m deep, table height at a comfortable working height) or other smooth work surface large enough to be capable of supporting the largest shooting jacket or pair of trousers. The measuring cylinder “A” must be level with the work surface.

...Die Platte soll groß genug sein ( in etwa 1,20m breit x 0,85 cm tief.....), damit auch die größte Schießjacke oder Schießhose gehalten werden kann und ... der Messzylinder muss eben sein mit der Oberfläche des Tisches....
Das sieht dann in der Praxis manchmal so aus:

Foto unten links: das Teil des Messgerätes, das mit einem Gewicht von 1000g abgesenkt wird, liegt offen.

Foto unten rechts: da die Schießhosen ziemlich steif sind, bleiben sie nicht einfach geöffnet liegen, sondern die Hosenöffnung muss fast mmer festgehalten werden. Auf dem Foto kann man erkennen, dass ein Teil der Hosenöffnung das offen liegende Teil des Messgerätes berührt.
Dadurch wird der Messzylinder abgebremst und zeigt ein falsches Ergebnis an.

Messung von Hosen

Die Fotos unten zeigen die Situation bei Hosen:
Obere Reihe links außen: Das Foto zeigt den oberen Teil einer auf einem Tisch liegenden Hose. Es lässt sich die natürliche Körperform mit stärkerem Gesäß und schmälerer Taille erkennen, denn der Bund steht hoch. Wenn die Hosenbeine (entgegen der ISSF-Regel) vom Tisch runterhängen, wird der Effekt des Abhebens noch verstärkt.
Obere Reihe Mitte: Man sieht, dass auch die Hose unter dem Messgerät am Bund nicht aufliegt, sondern einige cm hochsteht.
Untere Reihe: Auch ein Gewicht von 250g oder im anderen Fall von 600g schaffen es nicht, den Hosenbund auf den Tisch zu drücken.
Obere Reihe rechts: Erst wenn man die Hosenbeine anhebt oder hochstellt, kippt die Hose nach hinten, so dass der Bund aufliegt.

Nur in dieser Stellung sollte gemessen werden.

Messung von Jacken

Die Fotos unten verdeutlichen die Situation:
Links außen: Das Foto zeigt eine auf einem Tisch liegende Jacke vom unteren Ende her gesehen. Obwohl im Schulterbereich Gewichte aufliegen, liegt die Jacke nicht flach, sondern sehr wellig.
Links innen: Das folgende Foto zeigt eine nähere Ansicht. Obwohl auf dem linken Schulterteil ein Gewicht von 600g aufliegt, steht die Jacke einige cm von der Tischplatte ab.
Rechts innen: Ein Blick vom unteren Ende der Jacke. Das Gewicht von 250g reicht nicht, um die Jacke auf den Tisch zu drücken.
Rechts außen: Auch oben an der Schulter, reichen 250 g nicht, um das weiche Leder runter zu drücken.

Erklärung für das Wellen

Nur Stoff vom Ballen oder Lederhäute vom Händler liegen flach, also 2-dimensional. Die Schneider geben sich große Mühe mit ausgefeilten Schnittschablonen eine gut passende 3-dimensionale Form daraus zu machen.
Die Stoffe oder das Leder werden also in Form geschnitten und dann zusammengenäht. Die daraus genähten Jacken und Hosen können dann nicht mehr flach liegen.
Versucht man,Teile davon flach hinzulegen, entstehen immer Spannungen, die das Material an benachbarten Stellen hochziehen.

Die Frage nach der Genauigkeit

Aus den obigen Bildern ist zu ersehen, dass immer ein gewisses Gewicht aufgebracht werden muss, um die Messteile unter das Steifheitsmessgerät zu bringen.
Das Steifheitsmessgerät arbeitet mit einem Gewicht von 1000g, die den Stoff mindestens 3 mm tief in den Messzylinder hinunter drücken sollen.
Wie viel von dem Gewicht von 1000g wirken tatsächlich auf die Steifheitsmessung? Und wieviel davon werden schon verbraucht, um die Teile erst mal eben auf den Level des Messzylinders zu bringen?

Wenn z.B. bei einer Schießjacke, bei der alle zu messenden Teile aus dem genau gleichen Stoff bestehen, bei jedem Schnittteil andere Messergebnisse rauskommen,

KANN MAN DANN DAS MESSGERÄT ALS GENAU BEZEICHNEN?



Außerdem kommt noch dazu, dass es relevante Unterschiede zwischen kleinen und großen Größen gibt. Je kleiner eine Jacke/Hose ist, und je besser sie auf Maß geschneidert wurde, desto mehr sträubt sie sich dagegen, flach zu liegen und desto mehr Gewicht/Druck ist nötig, sie auf die Messebene zu bringen und desto schwieriger wird es, das geforderte Messergebnis von 3mm zu erreichen.